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1982
1981
  • 1– Anna Herms: Die Katze, 2017
  • 2– Jesse Wine: Young man red in the studio, 2014; Anna Herms: Die Katze, 2017
  • 3– Jesse Wine: Young man red in the studio, 2014, Kasia Fudakowski & Real Madrid: Love, Health and Wealth walk into a bar, 2018
  • 4– Kasia Fudakowski & Real Madrid: Love, Health and Wealth walk into a bar, Filmstill, 2018
  • 5– Further Thoughts on Earthy Materials, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2018
  • 6– Chris Curreri: Sixes and Sevens (15-17), 2017; (Wand) Chris Curreri: Kiss Portfolio, 2016
  • 7– Chris Curreri: Kiss Portfolio, 2016
  • 8– Judith Hopf: Erschöpfte Vase 29, Erschöpfte Vase 28, 2017; (Wand) Charlotte Dualé: ZeitLinie, 2018
  • 9– F. Cirillo: She's Pagan, 2018; (Wand) Charlotte Dualé: ZeitLinie, 2018
  • 10– F. Cirillo: She's Pagan, 2018
  • 11– Further Thoughts on Earthy Materials, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2018
  • 12– Alex Müller: Das Orchester, 2013-2016
  • 13– Kris Lemsalu: Mysteriously conceived and deeply felt, 2018; Asana Fujikawa: Seelenbehälter eines Katers, 2017; Ihre Füße riechen bestialisch, die Blume duftet paradiesisch 2, 2017; Ein Seelenbehälter, der ziemlich leise atmet, 2017
  • 14– Asana Fujikawa: Ihre Füße riechen bestialisch, die Blume duftet paradiesisch 2, 2017
  • 15– Asana Fujikawa: Ein Seelenbehälter, der ziemlich leise atmet, 2017
  • 16– Nina Hoffmann & Kathrin Sonntag: UP IN ARMS, 2017
  • 17– Doris Weinberger: Homo hapticus, 2018
  • 18– Alberta Saukaitytė: BLESS YOU? II PART, 2017

Further Thoughts on Earthy Materials

15.09–23.12.18

Most artists still produce to be experienced physically in space by somebody who is bodily present. This is something the World Wide Web won’t ever be able to replace. The increasing pressure of information on the experience of art has had artists running back for very material types of production, for very artisanal types of production.“ (Dieter Roelstrate, Gespräch in der Kunsthalle Wien, 26. Juni 2016)

In Zeiten, in denen zeitgenössische Kunst verstärkt die Bedingungen und Ästhetiken virtueller Realitäten reflektiert, posthumane Theorien virulent sind und die Digitalisierung der Welt eine Faszination an Oberflächen und gefundenen Bildern geschaffen hat, wird parallel eine Kunstproduktion offensichtlich, die bewusst haptische Materialien und (kunst-)handwerkliche Herstellungsprozesse einsetzt.

Das zweiteilige Ausstellungsprojekt „Further Thoughts on Earthy Materials“ in GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen und Kunsthaus Hamburg untersucht, welche Fragestellungen der Hinwendung zu den Techniken und dem Material der Keramik in der künstlerischen Produktion des 21. Jahrhunderts zugrunde liegen. Was sagt es über unsere Sicht auf die Welt, wenn sich Künstler_innen in Zeiten von Globalisierung und World Wide Web verstärkt einem Material zuwenden, das nicht nur als älteste handwerkliche Technik der Kulturgeschichte gilt, sondern auch eine große Tradition im Bereich der angewandten Kunst vorzuweisen hat? Das erneute Interesse an handwerklichen Techniken und physisch greifbarem Material in der Kunst des vergangenen Jahrzehnts offenbart jedoch nicht ausschließlich eine Gegenbewegung zu unserer digitalisierten und globalisierten Gegenwart, sondern bezieht deren vielfältige Aspekte in zahlreichen Beispielen explizit mit ein. Andere Ansätze wieder greifen die dem keramischen Material innewohnenden Konnotationen von Hobby-Kunst, esoterischer Selbstverwirklichung oder aus dem angewandtem (Design-)Bereich auf. In jedem Fall zeigt sich in der Kunstproduktion der letzten zehn Jahre ein Interesse an der Keramik und ihrer archaischen Beschaffenheit, ihren handwerklichen Herstellungsprozessen und ihrer entschleunigten Produktion.

Die Ausstellung „Further Thoughts on Earthy Materials“ versammelt Arbeiten einer jüngeren Künstler_innengeneration, die ungewöhnliche Wege im Umgang mit keramischem Material gehen. Arbeiten, die nicht für ein Revival von Traditionen oder eine künstlerische Rückwärtsbewegung stehen, sondern für neue Wege mit traditionellen Verfahren und Themenstellungen. Die Kapitel in Bremen und Hamburg widmen sich dabei unterschiedlich gelagerten Aspekten in zwei Gruppenausstellungen. In der GAK liegt der Fokus auf der Präsenz des Körpers. Das Kunsthaus setzt sich mit zeitgenössischen Technologien und Produktionsprozessen auseinander.

Das Ausstellungskapitel in der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen nimmt eine Prämisse in den Blick, die dem erdhaften Materialien bereits inhärent ist: den Körper. So zeigt sich die Anwesenheit des Körpers im klassischen keramischen Herstellungsverfahren, indem das Material mit den Händen geformt und aufgebaut wird, die Produzent_innen unvermeidlich Spuren hinterlassen und sich so im Objekt abbilden – was im Ergebnis den Unikatcharakter des Entstandenen wesentlich ausmacht. Aufgrund der dem keramischen Prozess innewohnenden Körperverbundenheit scheint es daher nur folgerichtig, dass der Körper in vielen künstlerischen Auseinandersetzungen mit der gebrannten Erde auch zu einer inhaltlichen Bezugsgröße wird.

In der GAK-Ausstellung äußert sich diese im befragten Material selbst angelegte Perspektive im klassischen keramischen Objekt ebenso wie in der installativen Anordnung, in Film, Fotografie, Audioeinspielung, Diaprojektion oder Performance. Ähnlich weit gefasst sind die Themenstellungen, mit denen körperliche Aspekte mithilfe von Lehm, Ton oder Erde untersucht werden. Die Arbeiten im GAK-Kapitel von „Further Thoughts On Earthy Materials“ verorten sich sowohl im Intuitiven als auch im Rationalen, in der Abstraktion als auch in der Gegenständlichkeit. Körperabbilder, -zustände, -verfremdungen, –grenzen oder -wahrnehmungen werden von unterschiedlichen Perspektiven eingekreist. Fragen nach Körperoptimierungen in neoliberalen Zeiten, der Grenze zwischen Außen- und Innenwahrnehmung oder Geschlechterzuschreibungen werden ebenso verhandelt wie nach dem Verhältnis von Mensch und Tier oder politischen Zuständen.

 

Mit freundlicher Unterstützung von
Stiftung Kunstfonds, British Council, Hypo-Kulturstiftung, Hamburgische Kulturstiftung, LCI Lithuanian Culture Institute

Die GAK wird gefördert durch
Der Senator für Kultur, Freie Hansestadt Bremen

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15.09–23.12.18

F. Cirillo
William Cobbing
Chris Curreri
Charlotte Dualé
Kasia Fudakowski in Zusammenarbeit mit Real Madrid
Asana Fujikawa
Anna Herms
Nina Hoffmann & Kathrin Sonntag
Judith Hopf
Kris Lemsalu
Alex Müller
Andrej Polukord
Alberta Saukaitytė
Irene Strese
Doris Weinberger
Jesse Wine

Kuratiert von 
Janneke de Vries

in Kooperation mit
Katja Schroeder, Kunsthaus Hamburg

 

Veranstaltungen

Fr 14.09.18, 19 Uhr
Andrej Polukord: Unveiling of the monument
Performance

Do 17–19 Uhr
Doris Weinberger: Homo hapticus
Partizipatorische Aktion

Di 16.10.18, 19 Uhr
Alex Müller: Der Takt vom Orchester
F. Cirillo: She’s a pioneer
Performances und Gespräch

Do 01.11.18, 19 Uhr
Irene Strese: Tableware

 

Abbildungen

1– Anna Herms: Die Katze, 2017

2– Jesse Wine: Young man red in the studio, 2014; Anna Herms: Die Katze, 2017

3– Jesse Wine: Young man red in the studio, 2014, Kasia Fudakowski & Real Madrid: Love, Health and Wealth walk into a bar, 2018

4– Kasia Fudakowski & Real Madrid: Love, Health and Wealth walk into a bar, Filmstill, 2018

5– Further Thoughts on Earthy Materials, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2018

6– Chris Curreri: Sixes and Sevens (15-17), 2017; (Wand) Chris Curreri: Kiss Portfolio, 2016

7– Chris Curreri: Kiss Portfolio, 2016

8– Judith Hopf: Erschöpfte Vase 29, Erschöpfte Vase 28, 2017; (Wand) Charlotte Dualé: ZeitLinie, 2018

9– F. Cirillo: She’s Pagan, 2018; (Wand) Charlotte Dualé: ZeitLinie, 2018

10– F. Cirillo: She’s Pagan, 2018

11– Further Thoughts on Earthy Materials, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2018

12– Alex Müller: Das Orchester, 2013-2016

13– Kris Lemsalu: Mysteriously conceived and deeply felt, 2018; Asana Fujikawa: Seelenbehälter eines Katers, 2017; Ihre Füße riechen bestialisch, die Blume duftet paradiesisch 2, 2017; Ein Seelenbehälter, der ziemlich leise atmet, 2017

14– Asana Fujikawa: Ihre Füße riechen bestialisch, die Blume duftet paradiesisch 2, 2017

15– Asana Fujikawa: Ein Seelenbehälter, der ziemlich leise atmet, 2017

16– Nina Hoffmann & Kathrin Sonntag: UP IN ARMS, 2017

17– Doris Weinberger: Homo hapticus, 2018

18– Alberta Saukaitytė: BLESS YOU? II PART, 2017

Foto: Tobias Hübel, Bremen

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