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  • Während der Dreharbeiten zu Laura Mulvey und Peter Wollens „Riddles of the Sphinx“, 1977

Intersections in Theory, Film and Art
Laura Mulvey and Peter Wollen

20.02.–16.05.2021

Laura Mulvey und Peter Wollen sind in erster Linie als Filmtheoretiker*in bekannt. Als Autoren haben sie sehr einflussreiche Beiträge zur Filmwissenschaft geleistet, wie u.a. mit Mulveys Essay „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ und Wollens „The Two Avant-Gardes“ (beide 1975). Zwischen 1974 und 1983 drehten sie als Paar gemeinsam sechs Filme. Ausgehend von ihren Texten suchten sie dabei nach kinematischen Formen, die die dominanten Sprachen des Blicks, der Bedeutung und der Narration untersuchten und ihnen entgegenwirkten und die den Zuschauer in eine konzeptuelle Debatte verwickeln konnten. Neben dem Schreiben und Filmemachen verbinden ihre Arbeiten Semiotik, Feminismus, Psychoanalyse sowie Geschichten und Theorien der Avantgarde. Diese Themen werden zwar in unterschiedlicher Weise behandelt und überarbeitet. Sie setzen sich aber in den Projekten fort, die Mulvey und Wollen seit Mitte der 1980er Jahre unabhängig voneinander durchgeführt haben.

Diese Ausstellung will neue Wege zum Verständnis dieses Werkkomplexes eröffnen, indem sie es durch das Prisma der Kunst betrachtet. Laura Mulvey und Peter Wollens Auseinandersetzung mit Kunst und Künstler*innen war schon immer ein zentrales Anliegen ihrer Arbeit, wie ihre Dokumentarfilme und ‚Theoriefilme‘ über oder mit Künstler*innen, ihre kritischen Schriften, ihre Lehrtätigkeit, ihr Kuratieren, ihre Produktion von Kunstwerken und ihre Rolle als wichtiges Gegenüber für Künstler*innen belegen.

„Intersections in Theory, Film and Art. Laura Mulvey and Peter Wollen“ präsentiert Bewegtbildarbeiten, Tonaufnahmen, Zeichnungen, Diagramme, Fotografien und Archivmaterial, um die Schnittstellen zweier transdisziplinären, sich verzahnenden Praktiken abzubilden. Dies umfasst Kollaborationen, Gespräche und Interaktionen mit Künstler*innen von den 1970er Jahren bis zur Gegenwart sowie Werke anderer Künstler*innen, die im expliziten oder impliziten Dialog mit dem Gesamtwerk von Mulvey und Wollen stehen.

Laura Mulvey (geb. 1941 in Oxford) ist Professorin für Film- und Medienwissenschaften am Birkbeck College der Universität London. Von 2012 bis 2015 war sie Direktorin des Birkbeck Institute for the Moving Image (BIMI). Sie ist Autorin von „Visual and Other Pleasures“ (1989. Dt.: Visuelle Lust und narratives Kino, 1994); „Citizen Kane“ (1992); „Fetishism and Curiosity“ (1996); „Death 24x a Second: Stillness and the Moving Image“ (2006); und „Afterimages: On Cinema, Women and Changing Times“ (2019). Sie ist Mitherausgeberin von „British Experimental Television“ (2007); „Feminisms“ (2015); und „Other Cinemas: Politics, Culture and British Experimental Film in the 1970s“ (2017). Mulvey drehte sechs Filme in Zusammenarbeit mit Peter Wollen, darunter „Riddles of the Sphinx“ (1977), und zwei Filme mit dem Künstler und Filmemacher Mark Lewis.

Peter Wollen (geboren 1938 in London, gestorben 2019) war ein radikaler Filmemacher, Filmtheoretiker und Drehbuchautor, dessen entscheidendes Buch „Signs and Meaning in the Cinema“ (1969) weiterhin herausfordert und provoziert. Zu seinen weiteren Büchern gehören „Readings and Writings: Semiotic Counter-Strategies“ (1982), die alternative Geschichte der Kunst des 20. Jahrhunderts „Raiding the Icebox“ (1993), „Paris/Hollywood: Writings on Film“ (2002), und „Paris/Manhattan: Writings on Art“ (2004), alle erschienen bei Verso, sowie ein BFI-Klassiker über „Singin‘ in the Rain“ (1992). Er unterrichtete Film an verschiedenen Universitäten und war emeritierter Professor an der University of California, Los Angeles. Wollen schrieb das Drehbuch zu Michelangelo Antonionis „The Passenger“ (1975. Dt.: Beruf: Reporter) mit und arbeitete anschließend außerhalb des Mainstream-Kinos, indem er an sechs Filmen mit Laura Mulvey zusammenarbeitete. Sein letzter Spielfilm war das Soloprojekt „Friendship’s Death“ (1987) mit Tilda Swinton in der Hauptrolle, die als Außerirdische in Amman, Jordanien, landet, während des Schwarzen Septembers 1970. Zu seinen weitreichenden Interessen gehörte die Organisation von Kunstausstellungen mit paradigmenwechselnden Inhalten, wie „Frida Kahlo and Tina Modotti“ (mit Laura Mulvey, 1982) und „On the Passage of a Few People Through a Rather Short Moment in Time: The Situationist International“ (mit Mark Francis, 1989).

Oliver Fuke (geboren 1987 in London) ist ein unabhängiger Forscher. Seine Projekte umfassen: „Laura Mulvey und Peter Wollen: Beyond the Scorched Earth of Counter-Cinema“ (Whitechapel Gallery, London; HOME, Manchester und NYU, New York, 2016) und „Yvonne Rainer: The Choreography of Film“ (Siobhan Davies Dance, London, 2018). Fuke arbeitet derzeit an einem Buch, „The Films of Laura Mulvey and Peter Wollen: Scripts, Working Documents, Interpretation“, und an einer Retrospektive der fotografischen und xerografischen Arbeiten von Hollis Frampton, die im Goldsmiths CCA präsentiert wird. Er hat auch viele Ausstellungen und Projekte mit Künstlern entwickelt.

Nicolas Helm-Grovas (geboren 1988 in Vigo) ist Dozent für Filmwissenschaftliche Ausbildung am King’s College London. Er promovierte 2018 über die Filme und Schriften von Laura Mulvey und Peter Wollen am Royal Holloway, University of London. Zuvor unterrichtete er in der Abteilung Medienkunst am Royal Holloway, in der Abteilung Filmproduktion an der Arts University Bournemouth und in der Abteilung Bildende Kunst an der Oxford Brookes University. Er hat über Themen wie Semiotik und die Geschichte der britischen Zeitschrift Afterimage publiziert und Texte mit oder über Künstler wie Rachel Adams, Maeve Brennan und Imran Perretta (als Jerwood Arts Writer in Residence, 2018) geschrieben. In jüngster Zeit wurde unter anderem ein Text für Cypher Billboard geschrieben.

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20.02.–16.05.2021

Kuratiert von Oliver Fuke und Nicolas Helm-Grovas in Zusammenarbeit mit Regina Barunke

Veranstaltungen

Fr 19.02.20, 19 Uhr
Eröffnung

Weitere Veranstaltungen in Vorbereitung

Förderung

Der Senator für Kultur, Freie Hansestadt Bremen, Karin und Uwe Hollweg Stiftung

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