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  • Igor and Ivan Buharov, Land of warm waters, 2019, Filmstill

Aneta Rostkowska:
Botanische Körper. Über die politische Bedeutung von Pflanzen

11.11, 19 Uhr

Aneta Rostkowska wird über das Projekt „Floraphilia: Über die Verflechtungen der Pflanzenwelt, Botanik und Kolonialismus“ sprechen, das der politischen Bedeutung von Pflanzen gewidmet ist. Sie wird sich auf zwei ihrer Ausstellungen konzentrieren: „Floraphilia. Plants as Archives“ (Pflanzen als Archive) an der Akademie der Künste der Welt in Köln, 2018, und „Floraphilia. Revolution of Plants“ (Revolution der Pflanzen), die im Rahmen der Warschau Biennale 2019 als auch in der Temporary Gallery. Zentrum für Zeitgenössische Kunst, Köln, in 2020, präsentiert wurde. Die erste Station beleuchtete die sozialen und politischen Aspekte der Geschichte der Pflanzen, der Botanik und der botanischen Gärten. Die künstlerischen Arbeiten in der Ausstellung thematisierten in unterschiedlicher Weise die Vereinnahmung von Pflanzen in der Kolonialgeschichte und in der Geschichte im Allgemeinen sowie ihre ökonomischen, feministischen und migrationsspezifischen Kontexte. In der zweiten Ausstellung wurden Pflanzen als mögliche Inspiration für politische Aktivitäten konzipiert – mit ihrer Widerstandsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit sowie ihrer Gleichgültigkeit gegenüber Staatsgrenzen. Der Kunstraum wurde in ein anarchistisches Labor einer kommenden Revolution verwandelt, die durch den Austausch zwischen Arten möglich wird. Beide Ausstellungen regten dazu an, die gemeingültige Vorstellung von der Pflanze als mechanistisches Ding, das nur auf einfache Reize reagiert, zu hinterfragen, und eröffneten eine neue Perspektive, die die signifikante Kontinuität zwischen Menschen und Pflanzen hervorhebt; Pflanzen, die – dynamisch, atmend und wachsend – Intentionalität und sogar Erinnerung besitzen.

Aneta Rostkowska ist Kuratorin, Absolventin des de Appel Curatorial Program in Amsterdam. Sie verfolgt experimentelle kuratorische Praktiken, in denen sich politisch relevantes Geschichtenerzählen durch sorgfältig konstruierte sinnliche Umgebungen entwickelt. Rostkowska studierte Philosophie, Wirtschaft und Kunstgeschichte in Krakau, Posen, Heidelberg und Frankfurt am Main. Von 2016 bis 2018 arbeitete sie als Kuratorin an der Akademie der Künste der Welt in Köln. Seit Januar 2019 ist sie Direktorin der Temporary Gallery. Zentrum für Zeitgenössische Kunst in Köln. Sie ist diesjährig „Visiting Curator“ am Künstlerhaus Bremen.

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Mi 11 Nov 2020, 19 Uhr

Vortrag in Kooperation mit „Visiting Curators“, Künstlerhaus Bremen

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