Gesellschaft für Aktuelle Kunst
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  • Ida Lennartsson: M/other / U / U, 2022. Foto: Franziska von den Driesch
  • Ida Lennartsson: M/other / U / U, 2022. Foto: Franziska von den Driesch
  • Ida Lennartsson: M/other / U / U, 2022. Foto: Franziska von den Driesch
  • Ida Lennartsson: M/other / U / U, 2022. Foto: Franziska von den Driesch

Ida Lennartsson

 

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2022

Ida Lennartsson interessiert sich für gegensätzliche Materialitäten, die sie in Installationen zueinander führt. Das Verhältnis von vulnerablen Körpern gegenüber Maschinen in einer industrialisierten Gesellschaft ist wiederkehrendes Thema ihrer Arbeiten. Auf Bauernhöfen erforschte sie Ästhetiken im Leben von sogenannten Nutztieren. In minimalistischen Gipsskulpturen und Objekten bricht sie diese auf essentielle Attribute herunter: ein schroffer Huf, ein langer Knochen oder eine riesige Zunge deuten die massige Körperlichkeit einer Kuh an. Dagegen stehen kühle Melkmaschinen und starre Gatter aus Edelstahl, die eingreifen und die das Lebendige eingrenzen. In Lennartssons mehrteiliger Installation in Einen leeren Strand überqueren, um den Ozean zu sehen (GAK 2022) schleckte beharrlich Tag für Tag eine lange, täuschend echte Kuhzunge an einem Milchbrunnen, die in ihrer Fleischigkeit auf viele abjekt und zugleich faszinierend wirkte. Anhand von Milch als Material wurden unterschiedliche Formen menschlicher und tierlicher Abhängigkeiten zu diesem Produkt der Mutterschaft thematisiert. Milch steht trotz ihrer Kapitalisierung immer auch in Verbindung mit körperlicher Wärme, Intimität und Fürsorge.

Lennartssons Jahresgaben verweisen mit vielen großen weißen Flecken oder Pfützen auf die feminisierte Flüssigkeit, lassen aber auch andere Assoziationen zu. Mittig wird jeweils eine Fotografie gezeigt, die im Rahmen ihrer Studien auf Bauernhöfen entstand. Hinter einem Bein lugt verstohlen ein prall gefülltes Euter hervor, feines weiches Fell und die ausgeprägten Adern lassen die Körperwärme beinahe aus dem Bild treten. An anderer Stelle stehen die Tiere in ihrer Box und warten darauf, gemolken zu werden. Die Reduziertheit der Bildausschnitte und die haptischen Klekse auf weißer Fläche rücken den Prozess dieser körperlichen Arbeit der Kühe in den Fokus, während gleichzeitig eine klaffende Distanz zwischen Körper und Produkt entsteht.

Ida Lennartsson (*1982) studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und der National Academy of the Arts in Oslo, Norwegen. Einzel- und Gruppenausstellungen u.a. bei Beton Berlin, GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst (2022), Veli Iz Cultural Center, Iz, Kroatien (2021), Cave 3000, Berlin (2020), Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg, Periscope, Salzburg, Österreich (2019), PODIUM, Oslo, GSL Projects, Berlin (2018), Galerie Karin Guenther, Hamburg, Kunsthaus Hamburg (2017).

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Jahresgaben 2022

M/other / U / U, 2022
C-Print, Artestone, Rahmen
2x: 102 x 77 cm /
2x: 90 x 70 cm
4 Unikate
je 930 Euro inkl. 19% MwSt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text: Linda Valerie Ewert

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