Gesellschaft für Aktuelle Kunst
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  • Lili Huston-Herterich Stormy Weather, 2025. Foto: Franziska von den Driesch
  • Lili Huston-Herterich We're In The Money, 2025. Foto: Franziska von den Driesch
  • Lili Huston-Herterich It Don’t Mean A Thing, 2025. Foto: Franziska von den Driesch

Lili Huston-Herterich

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2025

Gestrickte Worte, an einigen Stellen scheinen sie ganz ausgefranzt, die davon erzählen, dass es keinen Unterschied macht, ob es süß oder heiß ist; vom armen Selbst und von der Begegnung mit dem Vermieter. Was sich liest wie aus dem Alltag gegriffene Kommentare, sind Zeilen aus Songtexten, die die Börsennachrichten einer US-amerikanischen Radioshow untermalen. Welches Lied gespielt wird – We’re in the Money, Stormy Weather oder It Doesn’t Mean A Thing (If It Doesn’t Have That Swing) –, hängt von den Änderungen der Aktienkurse ab, davon, ob sie gerade fallen, steigen oder „swingen“.

Lili Huston-Herterich bezieht sich in ihrer künstlerischen Praxis unter anderem darauf, wie Informationen, hier die Bewegungen an der Börse, affektiv vermittelt und beiläufig in Emotionen übersetzt werden. Sie nutzt Storytelling, Humor und gemeinschaftliche Wissensproduktion, um die Beziehungen zwischen ihrer Umgebung, Geschichte und Personen zu verknüpfen.

Die textilen Jahresgaben stellte Lili Huston-Herterich aus Restbeständen von Garn her, die aus stillgelegten Textilfabriken stammen. In jenen Fabriken begannen sich Textilarbeiter:innen in den 1960er und 1970er Jahren gewerkschaftlich zu organisieren. Fast parallel dazu wanderte die Industrie des Landes in den Globalen Süden ab im Streben nach billigeren Arbeitsbedingungen. Landesweit schlossen Fabriken, weite Bevölkerungsteile gerieten in eine wirtschaftliche und Identitätskrise. Huston-Herterich integriert diese Restbestände und ihre Geschichte in ihre Praxis, um auf den geographischen und gesellschaftlichen Kontext zu reagieren, in dem sie arbeitet; um aus den Spuren der kapitalistischen Kultur Werke zu schaffen, die eine radikale Abhängigkeit von der Gegenwart widerspiegeln. Mit ihrer Jahresgabe knüpft Huston-Herterich an ihre in der Ausstellung Unter dem Gewicht atmest du anders. Schuld und Haben gezeigten Arbeiten an, für die sie die drei Songtitel in großformatige Zeichnungen übertragen hatte.

Lili Huston-Herterich (*1988) war bis 2025 Artist in Residence an der Rijksakademie in Amsterdam. Davor studierte sie Freie Kunst an Piet Zwart Institute in Rotterdam, NL und der York University, in Toronto, CA. Ihre Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt u.A. in der Sammlung Philara, Düsseldorf, DE, BRUTUS, Rotterdam, NL, Badischer Kunstverein, Karlsruhe, DE, Index Foundation, Stockholm, SE sowie Zalucky Contemporary, Toronto, CA.

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Jahresgaben 2025

Lili Huston-Herterich
Stormy Weather, 2025
We’re In The Money, 2025
It Don’t Mean A Thing, 2025
synthetisches Garn aus Restbeständen, gestrickt
42 x 28 cm (Arbeit)
3 Motive, Auflage von je 3
ungerahmt 650,- inkl. 7% MwSt.
gerahmt 800,- inkl. 7% MwSt.

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