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  • Anetta Mona Chisa & Lucia Tkacova. ah, soul in a coma, act naive, attack, Ausstellungsansicht GAK 2015, Foto: Tobias Hübel
  • Anetta Mona Chisa & Lucia Tkacova: What's What, and What It Might be Reasonable to Do about What's What, 2015, Foto: Tobias Hübel
  • Anetta Mona Chisa & Lucia Tkacova: Things in Our Hands, 2014, Courtesy die Künstlerinnen und Christine König Galerie, Wien, Foto: Tobias Hübel
  • Anetta Mona Chisa & Lucia Tkacova: Things in Our Hands, 2014, Courtesy die Künstlerinnen und Christine König Galerie, Wien, Foto: Tobias Hübel
  • Anetta Mona Chisa & Lucia Tkacova: Things in Our Hands, 2014, Courtesy die Künstlerinnen und Christine König Galerie, Wien, Foto: Nico Krebs
  • Anetta Mona Chisa & Lucia Tkacova: Totems, 2015, Foto: Tobias Hübel
  • Anetta Mona Chisa & Lucia Tkacova. ah, soul in a coma, act naive, attack, Ausstellungsansicht GAK 2015, Foto: Tobias Hübel
  • Anetta Mona Chisa & Lucia Tkacova. ah, soul in a coma, act naive, attack, Ausstellungsansicht GAK 2015, Foto: Tobias Hübel
  • Anetta Mona Chisa & Lucia Tkacova. ah, soul in a coma, act naive, attack, Ausstellungsansicht GAK 2015, Foto: Tobias Hübel
  • Anetta Mona Chisa & Lucia Tkacova: Attention! Here and now, boys! Here and now!, 2015, Foto: Tobias Hübel
  • Anetta Mona Chisa & Lucia Tkacova: Attention! Here and now, boys! Here and now!, 2015, Foto: Tobias Hübel

Anetta Mona Chisa & Lucia Tkacova
ah, soul in a coma, act naive, attack

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28.11.2015–21.02.2016

Der Kern der künstlerischen Zusammenarbeit von Anetta Mona Chisa und Lucia Tkacova ist die Suche nach der Vereinbarkeit von politischer und ästhetischer Gültigkeit von Kunst. Wie kann Kunst Widerstand formulieren und tatsächliche gesellschaftliche Veränderungen anstoßen, ohne an ästhetischer Wirkung zu verlieren oder sich instrumentalisieren zu lassen? Dieser Frage geht ihr Schaffen in Filmen, Installationen, Schriftarbeiten, Zeichnungen, Performances, Fotografien und Objekten nach.

Für die GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst hat das Künstlerinnenduo das umfangreiche Projekt „ah, soul in a coma, act naive, attack“ entwickelt, für das sämtliche Arbeiten neu produziert wurden und das die spezifische Architektur des Institutionsraumes aufnimmt. Die Anordnung der gezeigten Werke folgt der lang gezogenen Raumstruktur der GAK in ihrer Linearität und formt eine sich schrittweise vollziehende Narration in drei Kapiteln aus.

Der inhaltliche Grundgedanke der Ausstellung besteht in der Annahme, dass jede Form von gesellschaftlichem Widerstand gescheitert sei, den die Kunst in der Geschichte formuliert hätte. In unserer sich stetig und dramatisch verändernden Gesellschaft ergibt sich deshalb die Notwendigkeit, das Bekannte zu verlassen und neue Wege zu suchen, um Widerstand sinnvoll und mit den Instrumenten der Kunst zu äußern. Ludwig Wittgensteins Postulat, dass die Grenzen der Sprache auch die Grenzen der Welt bedeuten, halten die Künstlerinnen für grundlegend falsch. Sie versuchen, dem Denken eine Ebene jenseits der Sprache zu ermöglichen und damit die Grenzen des Sagbaren und Gewussten zu überwinden. Ebenso trauen sie gängigen Formulierungen von Kunst nicht zu, gesellschaftliche Veränderungen anzuregen. Das mag daran liegen, dass Kunst auf eine Form der Sichtbarkeit angewiesen ist. Chisa & Tkacova glauben dagegen an die Kraft des Nicht-Sichtbaren, Unaussprechlichen und Ungewussten.

In drei aufeinander aufbauenden Stationen, die für so unterschiedliche Zustände wie Transformation, Sich-Verlieren und Neuanfang stehen, formulieren die Künstlerinnen mittels raumgreifender Installationen, Skulpturen, Projektionen und intimer Objekte unterschiedliche Negationen von Sichtbarkeit, Sprache oder ökonomischen Prinzipien – also der drei Grundfesten, die unser gemeinschaftliches Leben wesentlich bestimmen. Damit knüpfen sie an gesellschaftliche Utopien sowohl der künstlerischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts als auch aus dem Roman Eiland von Aldous Huxley an. Der Titel der Ausstellung „ah, soul in a coma, act naive, attack“ ist ein in sich tendenziell sinnentleertes, wenn auch Sinnhaftigkeit vorgebendes Anagramm, das sich aus den Buchstaben der beiden Künstlerinnennamen zusammensetzt. All diese verschiedenen Stränge suchen einen Zustand zu schaffen, in dem sich unser Denken vom Be- und Gewussten befreit, sich transformiert und ein Neubeginn auf anderen Grundlagen möglich wird. 

Anetta Mona Chisa wurde 1975 in Rumänien geboren und lebt in Prag. Lucia Tkacova wurde 1977 in der Tschechoslowakei geboren und lebt in Berlin. Beide arbeiten seit 2000 zusammen. Ihr Werk wurde u.a. im rumänischen Pavillon auf der Biennale in Venedig (2011) oder im Neuen Berliner Kunstverein (2008) in Einzelausstellungen präsentiert. Außerdem war das Duo an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen beteiligt, etwa an der Manifesta in St. Petersburg (2014), dem National Museum of Contemporary Art in Bukarest, dem Kunstverein Wolfsburg (beide 2013), der Biennale Moskau, der Whitechapel Gallery in London, dem Frankfurter Kunstverein (alle 2012), Power Plant in Toronto (2011), dem Migros Museum in Zürich (2010), der Schirn Kunsthalle in Frankfurt (2009) oder der Biennale in Taipei (2008).

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28.11.2015–21.02.2016

Kuratiert von
Janneke de Vries

Jahresgabe

Anetta Mona Chisa & Lucia Tkacova: CLASH!, 2012

Veranstaltungen

Fr 27.11.15, 19 Uhr
Eröffnung

Do 03.12.15, 19 Uhr
Führung mit Janneke de Vries

Sa 05.12.15, 11–15 Uhr
Zukunft ausmalen
Kinderworkshop 

Do 10.12.15, 19 Uhr
‚Eiland‘ von Aldous Huxley
Einführung und Lesung

Do 14.01.16, 18.30 Uhr
Führung mit Svea Kellner

Do 21.01.16, 19 Uhr
Janneke de Vries und Anetta Mona Chisa & Lucia Tkacova: The Magic of Anagrams and the Difficulties of Artistic Resistance
Gespräch (en)

Do 04.02.16, 19 Uhr
Dr. Eva Fischer-Hausdorf:  Ästhetik der Provokation. Künstlerische Avantgarden im 20. Jahrhundert
Vortrag

Do 18.02.16, 19 Uhr
Führung mit Janneke de Vries

Förderung

Der Senator für Kultur, Freie Hansestadt Bremen, Waldemar Koch Stiftung, Christine König Galerie, Tschechisches Zentrum

Besonderer Dank an

Agah Ugur, Heidi Fazekas, Maria Joao Riberinho, Neuer Berliner Kunstverein, Rotwand Gallery, Vehbi Koc Foundation, waterside contemporary

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