Vorschau
Archiv
2020-2011
2020
2019
2018
2017
2016
2015
2014
2013
2012
2011
2010-2001
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002
2001
2000-1991
2000
1999
1998
1997
1996
1995
1994
1993
1992
1991
1990-1981
1990
1989
1988
1987
1986
1985
1984
1983
1982
1981
  • Jan Groover, o.T., 1978, Copyright Jan Groover, Courtesy Janet Borden Inc., New York, und KLEMM’S, Berlin
  • Jan Groover, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2017, Foto: Tobias Hübel
  • Jan Groover, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2017, Foto: Tobias Hübel
  • Jan Groover, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2017, Foto: Tobias Hübel
  • Jan Groover, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2017, Foto: Tobias Hübel
  • Jan Groover, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2017, Foto: Tobias Hübel

Jan Groover

weitere Bilder >
26.08.–12.11.2017

Das Werk von Jan Groover (1943-2012) ist in ihrer Heimat USA überaus bekannt. In Europa dagegen kennt man ihre Arbeit bisher kaum. Hier wird sie vor allem von einer jüngeren Generation von Fotograf*innen als wichtige Impulsgeberin geschätzt.

In den 1960er Jahren zunächst als abstrakte Malerin ausgebildet, wendet Groover sich in den frühen 1970er Jahren der Fotografie zu, da ihr dieses Medium freier und künstlerisch offener scheint als die männlich dominierte Malerei. Eine malerische Herangehensweise bleibt jedoch auch in ihren fotografischen Arbeiten erkennbar und äußert sich von Beginn an in deren sorgfältiger Komposition und dem Schmelz der Farben und Oberflächen. Groovers Aufnahmen fordern die Grenzen des fotografischen Mediums heraus, indem sie sich von der mit ihm allgemein assoziierten, vermeintlichen Authentizität und dem Dokumentarcharakter distanzieren und ein präzise komponiertes Bild präsentieren: Farbe und Form rücken in den Fokus, Perspektiven werden vermengt und aufgehoben und in den reflektierenden Oberflächen wird Licht zum Gegenstand an sich.

Besonders deutlich zeigt sich dieser Ansatz in den Stillleben, die sie Ende der 1970er Jahre aus den Gerätschaften ihrer Küche zusammenstellt: Pfannenwender, Messerklingen, Schneebesen, Gabelzinken, Eierschneider oder Backformen werden mit Pflanzenblättern und Gemüse zu etwas außerhalb ihres Gegenstandes überhöht. Bei Groover sind es die Küchenutensilien der Hausfrau, die auf ihre formalen Wirkungen im Zusammenspiel von Struktur, Licht, Form und Farbe untersucht werden.

Wie bei den Kitchen Still Lives entstammen auch Groovers weitere Themenstränge dem Alltag. Wenige Jahre zuvor entstehen etwa konzeptuelle Bilderserien von amerikanischen Highways oder Wohnungssiedlungen. Schon hier äußert sich ihr Interesse an Farbe und deren bildgestaltenden Qualitäten. Die Aufnahmen seit den frühen 1980er Jahren dagegen fragmentieren den menschlichen Körper, Natur oder Gebäude in reduziertem Schwarz-Weiß zu einem Über- und Nebeneinander unterschiedlich verlaufender Linien auf der Bildfläche. Parallel führt Groover die Stillleben-Thematik fort, nun anhand von präzise zusammengefügten, surrealistischen Bühnensettings, deren Bildaufbau an Morandi oder De Chirico denken lässt.

Die Ausstellung von Jan Groover in der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst ist die erste institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin in Europa außerhalb Frankreichs und wird Werkbeispiele seit den 1970er Jahren exemplarisch vorstellen.

Weiterlesen
26.08.–12.11.2017

Kuratiert von
Janneke de Vries

Veranstaltungen

Fr 25.08.17, 19 Uhr

Eröffnung

Do 31.08.17, 19 Uhr
Führung mit Janneke de Vries

Do 21.09.17, 20 Uhr
Julia Bulk, Fanny Gonella, Arie Hartog, Janneke de Vries:
Zeitgenoss*innen. Gespräche zur Zeitgenössischen Kunst

Mo 9.10.17, 14–18 Uhr
BLICKE BAUEN
Kinderworkshop

Do 19.10.17, 19 Uhr
Führung mit Svea Kellner

Do 02.11.17, 19 Uhr
Stefan Gronert: Die Revitalisierung des Stilllebens – Jan Groover und die Folgen
Vortrag

Do 09.11.17, 19 Uhr
Shannon Bool: The Second Lens
Vortrag (en)

Förderung

Der Senator für Kultur, Freie Hansestadt Bremen, Waldemar Koch Stiftung

zum Anfang