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1982
1981
  • Lawrence Weiner: HAVING BEEN BUILD ON SAND, 1991. Foto: Frederick Hüttemann
  • (Bücher) Kajsa Dahlberg: Ein Zimmer für sich / Ein eigenes Zimmer / Ein Zimmer für sich allein / Vierhundertdreißig Bibliotheken, 2011. Courtesy die Künstlerin; (Skulptur) Jacob Dahl Jürgensen: Figures of Speech, 2012. Courtesy Croy Nielsen, Berlin. Foto: Frederick Hüttemann
  • Kajsa Dahlberg: Ein Zimmer für sich / Ein eigenes Zimmer / Ein Zimmer für sich allein / Vierhundertdreißig Bibliotheken, 2011, Detail. Courtesy die Künstlerin. Foto: Frederick Hüttemann
  • (Poster) Nina Beier: Closing Arguments, 2010. Courtesy: Galerie Croy Nielsen; (Skulpturen ) Marie Lund: The Very White Marbles, 2010. Courtesy: Galerie Croy Nielsen. Foto: Frederick Hüttemann
  • Beyond Words. Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2012. Foto: Frederick Hüttemann
  • Beyond Words. Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2012. Foto: Frederick Hüttemann
  • Alexander Gutke: 9 ways to say it‘s over, 2006. Courtesy: Galerija Gregor Podnar. Foto: Frederick Hüttemann
  • Beyond Words, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2012. Foto: Frederick Hüttemann
  • Jesse Ash: 45 minutes, 2010. Courtesy: der Künstler, Tulips & Roses und Monitor. Foto: Frederick Hüttemann
  • Jesse Ash: 45 minutes , 2010, Detail. Courtesy: der Künstler, Tulips & Roses und Monitor. Foto: Frederick Hüttemann
  • Beyond Words, Ausstellungsansicht, GAK Bremen 2012. Foto: Frederick Hüttemann
  • Ryan Gander: A sad deceit, 2011. Courtesy: TARO NASU. Foto: Frederick Hüttemann

Beyond Words

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23.06.–09.09.2012

Eine zentrale Ebene für die Erfassung des Visuellen bildet seine Wiedergabe durch das Wort in Sprache und Schrift, in Beschreibung und Analyse. Umgekehrt wirken Worte ihrerseits auf die visuelle Erscheinung ein, indem sie innere Bilder entstehen lassen, die zur Materialisation drängen. Visuelle Erscheinung und Benennung/Beschreibung durchdringen sich demgemäß wechselseitig, wirken grundsätzlich aufeinander ein. Wie Jacques Rancière es in Die Politik der Bilder ausführt, „ist das Bild nicht ausschließlich ein Element des Sichtbaren. (…) das allgemein bekannteste Regime der Bilder inszeniert die Beziehung zwischen dem Sagbaren und dem Sichtbaren, eine Beziehung, die gleichzeitig aus der Analogie und aus der Unähnlichkeit des Sagbaren und Sichtbaren besteht.“ (1)

„Beyond Words“ nimmt diese Tatsache auf und präsentiert zeitgenössische künstlerische Positionen, die sich auf unterschiedliche Weise der Wechselwirkung zwischen Wort und visueller Erscheinung widmen. Positionen, die die visuellen Qualitäten der Worte herausarbeiten oder die (Welt) beschreibende Ebene, die sich hinter der Erscheinung eröffnet. Positionen, die aufzeigen, was jenseits der Worte liegt. Positionen auch, die die Diskrepanz hervorheben, die sich zwischen den beiden Bereichen, dem Sichtbaren und dem Gesagten/Geschriebenen auftun mögen – zeichnen sich doch „visuelle Repräsentationen durch eine nur unvollkommene oder begrenzte sprachliche Beschreibbarkeit aus.“ (2) 

Beispielhaft für die künstlerische Untersuchung solcher Zusammenhänge ist immer noch der amerikanische Konzeptkünstler Joseph Kosuth, der 1965 in seinen One and three chairs einen Stuhl als realen Gegenstand, dessen fotografisches Abbild und seine schriftlich fixierte Beschreibung gleichberechtigt nebeneinander stellte: ein Ding in unterschiedlicher Ausprägung, aber immer es selbst.

In „Beyond Words“ dient eine andere amerikanische Konzeptheroe als historische Referenz, Lawrence Weiner, dessen großer Schriftzug seit 1991 die Erscheinung der Außenfassade der GAK zur Weser hin prägt: HAVING BEEN BUILT ON SAND / WITH ANOTHER BASE (BASIS) IN FACT // AUF SAND GEBAUT / TATSÄCHLICH (AUS) AUF ANDEREM GRUND.

Im Inneren der GAK gruppieren sich Werke, die ebenfalls Bilder auf der Basis von Worten entstehen lassen (Jesse Ash, Ryan Gander, Jacob Dahl Jürgensen, Albrecht Schäfer, Kathrin Sonntag, Mark Wallinger), Worte zu Bildern formen (Alexander Gutke, Kitty Kraus, Karolin Meunier, Norbert Schwontkowski), Wort und Bild zu einer universellen Sprache zusammen fügen (Saâdane Afif, Dani Gal/Achim Lengerer) oder ein Hin- und Her zwischen den verschiedenen Ebenen inszenieren (Nina Beier & Marie Lund). Breiten Raum nehmen dabei verschiedene linguistische Theorien ein, die den Künstler/innen als Ausgangspunkt dienen (Gal/Lengerer, Gander, Dahl Jürgensen, Meunier und Schäfer).

„Beyond Words“ findet parallel zur Präsentation der ars-viva Preisträger zum Thema „Sprache“ in der Weserburg, Museum für moderne Kunst statt. Auf diese Weise werfen die beiden Institutionen in der Weserburg zeitgleich verschiedene Schlaglichter auf die Wechselwirkung von Kunst und Sprache, Erscheinung und Wort.

(1) Jacques Rancière, Politik der Bilder, Zürich-Berlin 2005, .S. 14.

(2) Martina Heßler, Dieter Mersch, „Bildlogik oder Was heißt visuelles Denken?“, in: dies. (Hrg.), Logik des Bildlichen. Zur Kritik der ikonischen Vernunft, Bielefeld 2009, S.8.

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23.06.–09.09.2012

Saâdane Afif
Jesse Ash
Nina Beier & Marie Lund
Kajsa Dahlberg
Jacob Dahl Jürgensen
Dani Gal/Achim Lengerer
Ryan Gander
Alexander Gutke
Kitty Kraus
Karolin Meunier
Albrecht Schäfer
Norbert Schwontkowski
Kathrin Sonntag
Mark Wallinger
Lawrence Weiner

kuratiert von Yvonne Bialek und Janneke de Vries

Publikation

Beyond Words (Ausst. Kat., Hrsg. GAK, 2012)

Jahresgaben

Jesse Ash: avoidance-avoidance (working drawings 1-3), 2012

Kajsa Dahlberg: Ett eget rum / Tusen bibliotek, 2013 und Ein Zimmer für sich / Ein eigenes Zimmer / Ein Zimmer für sich allein / Vierhundertdreiunddreißig Bibliotheken, 2011

Albrecht Schäfer: Orbit, 2012

Kathrin Sonntag, Jahresgaben 2012

Mark Wallinger: Word in the Desert I, 2000/2008

Veranstaltungen

Fr 22.06.12, 19 Uhr
Eröffnung
(gemeinsam mit ars-viva. Sprache in der Weserburg, Museum für moderne Kunst)

Do 28.06.12, 19 Uhr
Führung mit Janneke de Vries

Do 12.07.12, 19 Uhr
Sprache im Künstlerfilm der 1970er Jahre
Filmabend

Do 26.07.12, 19 Uhr
Prof. Dr. Andreas Gardt: Reden über Kunst. Zur sprachlichen Annäherung an das Kunstwerk
Vortrag

Do 09.08.12, 19 Uhr
Karolin Meunier: Invited
Performance 

Do 23.08.12, 19 Uhr
Cabinet Gold van d’Vlies: Mash up
Performance 

 Do 06.09.12, 19 Uhr
Führung mit Yvonne Bialek

Förderung

Der Senator für Kultur, Freie Hansestadt Bremen, Bremer Landesbank, Institut français

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