Gesellschaft für Aktuelle Kunst
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2024
21.04.2024, 15:00 Uhr

nearly all types of honey crystallize
Führung mit Victor Artiga Rodriguez & Dawoon Park (EN)

2023
02.11.2023, 18:30 Uhr

Doch alle eine Insel? (Teil II)
Kuratorinnenführung mit Annette Hans
Start: 18:30 Uhr

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Käsmayr, Krause & Weinberger
Im Bürgerpark
Gehen, Sprechen, Essen, Hören

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07.09, 18:00 Uhr

Spaziergang zu Sichtachsen, Allmende, Renaturierung und Symbiosis, mit kulinarischen Momenten.

Auf Einladung der GAK sind die Bremer Künstlerinnen Doris Weinberger und Anneli Käsmayr Gastgeberinnen für den Hamburger Künstler Till Krause, der unter anderem den Künstlerprojektraum GFLK Galerie für Landschaftskunst betreibt.

Freie Flusszone Süderelbe ist ein Kunst- und Forschungsvorhaben der Galerie für Landschaftskunst(*) zur Neubestimmung eines Landschaftsraumes. Bei Hamburg spaltet sich die Elbe für einige Kilometer in zwei Arme, beide sind zu kanalähnlichen Schifffahrtsstraßen umgebaut. Wäre es angesichts dieser Doppelung möglich, einen Teil des einen Arms aus der ökonomischen Nutzung zu lösen? Was würde dann hier geschehen und welch ein neuartiger Stadt- und Landschaftsraum könnte sich entwickeln? Der etwa sieben Kilometer lange Abschnitt der Süderelbe zwischen Elbbrücken und Bunthäuser Spitze wird zur Freien Flusszone erklärt. Das Projekt wurde 2011 von Till Krause initiiert und entwickelt gemeinsam mit vielen Beteiligten in Aktionen, Kunst und wissenschaftlicher Forschung die Idee von einem neuen Fluss- und Stadtraum. (*) Die GFLK Galerie für Landschaftskunst ist ein freier Künstlerprojektraum in Hamburg.

Ähnliche Fragen lassen sich zu einem zentralen Ort in Bremen stellen.

Mitten in Bremen grasten in den besten Zeiten bis zu 1000 Kühe auf einer „Bürgerviehweide“, damals etwa 450 ha, also mehr als doppelt so groß wie das aktuelle Areal von Bürgerpark und Stadtpark. Seit 1159 mit Erstellung des Weidebriefes war die Bürgerweide als Allmendefläche das „gemeinschaftliche Eigentum aller Einwohner:innen Bremens, Durchreisender, Geistlicher und Laien, Armen und Reichen“.

Seit Gründung des Bürgerparks 1886 haben sich arme und reiche, junge und alte Bürger:innen Bremens durch Spenden um Ihren Park gekümmert. Seine Anlage wurde nach einem Konzept von Wilhelm Benque unter Berücksichtigung verschiedener gartenarchitektonischen Stile angelegt. Geometrische Regelmäßigkeiten der Zentralanlage um das Parkhaus werden unterbrochen von „landschaftlich“ idealisierter Natur, bei der verschlungene Wege und künstlerische Gartenarchitektur den Besucher:innen immer neue Ausblicke, Eindrücke und Sichtachsen geboten werden.

Ab dem 18. Jahrhundert jedoch forderten neue, kritisch zu betrachtende, Nutzungsansprüche die Bürgerweide, wie z.B. Herdentorfriedhof, Gasanstalt, Schießstand, Schlachthof, Stadthalle, Veranstaltungsraum für Freimarkt, Osterwiese und Zirkusveranstaltungen und ein großer Parkplatz – mehr als die Hälfte des ehemals gemeinschaftlich genutzten urbanen Landschaftsraumes. Damit ist ein zentraler Ort des ökologischen Allgemeinguts in der Stadt verloren gegangen.

Wäre es möglich, die Bürgerweide wieder nahe ihrer alten Form und als Allmende zu renaturieren? Und neben dem größtenteils privat finanzierten, zur Erholung der Stadtgemeinschaft genutzten Park auch wieder einen gemeinschaftlich bewirtschafteten Stadt-Landraum zu visionieren, weiter gedacht unter dem Aspekt der universellen Gleichberechtigung und symbiotischen Aspekten von Menschen, Tieren und Pflanzen?

Till Krause lebt in Hamburg und arbeitet mit dem Künstlerprojektraum GFLK Galerie für Landschaftskunst und in vielen weiteren Kooperationen an Ideen von Stadt- und Landschaftsräumen, u.a. in Langzeitprojekten wie Freie Flusszone Süderelbe, Land für fünf finale Handlungen, Hamburgkartierung oder illegalevecht.

Anneli Käsmayr arbeitet zu Grenzbereichen von intuitiven und somatischen Sinnen. Dabei interessiert sie im besonderen transdisziplinäres Arbeiten an den Schnittstellen von Raum, Atmosphäre, Klang, Gastgeberschaft, Geschmack und Inszenierung als Ästhetische Praxis – und, wie sich mit szenografischen Mitteln und performativen Dienstleistungen eine ästhetische Erfahrung erzeugen lässt, die die Möglichkeit einer emotionalen Berührung eröffnet. Von 2007-2010 führte sie das Gastraumprojekt dreijahre, ein konzeptionelles Restaurantprojekt mit Bar, Café und Club im Keller, das für die Dauer von 1095 Tagen in Bremen stattfand. Sie ist Gründungsmitglied verschiedener Künstler- und Musikkollektive. (> dilettantin.com, thisissex.de, woo-woo.de)

Doris Weinberger arbeitet als Künstlerin interdisziplinär und kollaborativ an Schnittstellen der Medien-Formate Installation/Interaktion/Performance im (semi)öffentlichen Raum. Schwerpunkt ihres Interesses: Repräsentations- und Projektionsmechanismen in der Produktion von (hegemonialen) Bilderwelten und (sprachlichen) Strukturen sowie deren Legendenbildung interaktiv und partizipativ zu dekonstruieren und zu transformieren. Doris Weinberger ist Gründungsmitglied u.a. der Künstlerinnenkollektive mark und ANTZ! sowie der transdisziplinären Plattform RAUMFINDER. (> markcollective.com, raumfinder.net)

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Do 07 Sep 2023, 18:00 Uhr

Im Rahmen von „Doch alle eine Insel?“

Treffpunkt: Im Bürgerpark am Gerdes-Pavillon
Zeit: 18-21 Uhr

Die Gruppengröße ist auf 15 Personen begrenzt .
Teilnahme nur mit Anmeldung via office(at)gak-bremen.de

Bitte bringen Sie für sich mit: eine feuchtigkeitsbeständige Sitzunterlage (Picknickdecke, unempfindliches Kissen, faltbarer leichter Stuhl o.ä.), da das Essen an unterschiedlichen Orten auf der Wiese stattfinden wird.

Das Essen ist vegetarisch.

 

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